21. Dezember 2016

Zu den Kosten von Klassenfahrten

 

Nicht nur die SZ ist auf die Heuchelei des Kultusministeriums hereingefallen: Kosten der Klassenfahrten wurden nicht aus sozialen Gründen gedeckelt: in den mehr als 35 Jahren meiner Tätigkeit als Gymnasiallehrer wurde kein Schüler aus Kostengründen von einer Klassenfahrt ausgeschlossen. Die Kosten übernahm im Zweifelsfall das Sozialamt, der Schulverein oder ein privater Träger. Zudem musste jede Klassenfahrt durch das Ministerium genehmigt werden, der Vorwurf der unsinnig teuren Fahrten fällt daher auf das Ministerium zurück. Daher gab es auch bis 2016 keine Deckelung. Erst nachdem ein Verwaltungsgericht feststellte, dass Klassenfahrten zu den Aufgaben eines Lehrers gehören und daher seine Kosten vom Dienstherrn übernommen werden müssen, entdeckte der Minister sein soziales Herz. Der einzige Grund für die Deckelung ist die Verpflichtung zur Kostenübernahme durch das Ministerium. Von sozial keine Spur, sondern Minimierung der Ausgaben für Bildung. Tatsächlich dürfte eine mehrtätige Klassenfahrt zum Deutschen Bundestag nach Berlin mit Stadtbesichtigung kaum für 120 € zu leisten sein unter Einbeziehung der Zuschüsse, die immer weiter gekürzt werden.
Aber warum nach Berlin fahren, wenn der saarländische Landtag vor der Türe liegt? Warum das Pergamonmuseum besichtigen, haben wir doch im schönen Saarland Rheinheim?! Das Saarland als bildungspolitischer Mittelpunkt von provinziellen Bildungspolitikern!
Dr. Walter Kappmeier, Kirkel-Limbach

 

Übersicht aller Artikel | Schlagworte dieses Artikels: CbL, ChristInnen bei der Linken, LAGCBL, CbL, ChristInnen bei der Linken, LAGCBL, Islamunterricht, Saarland, Saar, Unterricht