03. September 2016

Islamunterricht im Saarland

 

Antwort der Pressestelle auf die Anfrage vom 11. August 2016 zur Ausgestaltung des Islamunterrichts im Saarland, die ich iA des Sprechers der CbL, Dr. Walther Kappmeier, stellte.


Sehr geehrter Herr Dr. Neumann,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Islamunterricht im Saarland.



Zu Ihren Fragen, die wir Ihnen gern beantworten:



Wie wird die Ausgestaltung des Islamunterrichts im Saarland ab dem neuen Schuljahr konkret aussehen?

Die Einführung des Islamischen Religionsunterrichts wurde seitens des Bildungsministeriums mit größter Sorgfalt vorbereitet und betreut. Im Saarland läuft seit dem Schuljahr 2015/2016 ein Modellversuch zur Einführung des Islamischen Religionsunterrichtes (IRU). An 4 Grundschulen in 5 Gruppen erhielten 60 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 Islamischen Religionsunterricht. Mit dem neuen Schuljahr werden an den gleichen Standorten 4 weitere Gruppen der Jahrgangsstufe 1 gebildet. Damit wird der Islamische Religionsunterricht auf die 1. und 2. Klassenstufe erweitert. Die Klassen werden von zwei deutschen Lehrkräften, die als Beamte/in im deutschen Schuldienst beschäftigt sind, unterrichtet. Die Stundentafel sieht für Religionsunterricht – egal ob evangelischer, katholischer oder islamischer – 2 Wochenstunden Unterricht vor.

Für den Unterricht wurde kein festes Lehrbuch oder Arbeitsheft eingeführt. Von den beiden Lehrkräften werden die auf dem Markt vorhandenen Materialien (z.B. vom KLETT Verlag) genutzt wie auch selbsterstellte Materialien. Des Weiteren wird mit den an Grundschulen allgemein üblichen Sammelmappen gearbeitet. Auch ist der Lehrplan eine hervorragende Arbeitsgrundlage. Der zuständige Schulaufsichtsbeamte und die für die Betreuung der Lehrkräfte eingesetzte Fachleiterin des Staatlichen Studienseminars haben den Unterricht besucht und die verwendeten Unterrichtsmaterialien geprüft. Die von den Lehrkräften geleistete Arbeit wurde positiv bewertet.

Die organisatorische Einbindung des Islamischen Religionsunterrichts in den Schulalltag lief problemlos, sodass derzeit keine Veränderungen geplant sind.



Wie sieht die Positionierung des Saarlandes zur Rolle des DITIB als Mitträger der Unterrichtsgestaltung aus?

Bei der Kooperation zum Islamischen Religionsunterricht hat das saarländische Bildungsministerium von Anfang an auf eine ausgewogene Präsenz verschiedener Partner gesetzt.

Beteiligt sind folgende Partner:

DITIB Landesverband Saar e.V. und 10 Ortsvereine

Landesverband Islamischer Kulturzentren e.V. (LVIKZ) und 5 Ortsvereine

Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) und 1 Ortsverein

Islamische Gemeinde Saarland (IGS) und 3 Ortsvereine

Bosnisches Kulturzentrum Saarbrücken e.V. (BKS)

Islamische Kulturzentren Saarbrücken e.V. (IKS).



Besteht aktuell die Möglichkeit, dass das Saarland die Zusammenarbeit mit dem DITIB, wie in anderen Bundesländern geschehen, aussetzen wird?

Keiner dieser Vertreter hat derzeit im Saarland in irgendeiner Form eine Veranlassung gegeben, die Zusammenarbeit zu überprüfen. Sollte sich künftig ein entsprechender Hinweis ergeben, werden wir diesem nachgehen.



Bestehen Planungen, andere islamische Unterrichtsschwerpunkte und z.B. jesidischen oder kurdischen Religionsunterricht anzubieten?

Unabhängig von diesem Modellversuch besteht bereits ein Angebot für den alevitischen Religionsunterricht für Grundschüler/-innen, der in Zusammenarbeit mit der Alevitischen Gemeinde des Saarlandes organisiert wird. An zentralen Standorten treffen sich die 3 Gruppen zu jeweils einer Doppelstunde mit einer vom Land finanzierten alevitischen Lehrkraft. Anfragen anderer islamischer Gruppierungen gibt es derzeit nicht.

 

Übersicht aller Artikel | Schlagworte dieses Artikels: CbL, ChristInnen bei der Linken, LAGCBL, Islamunterricht, Saarland, Saar, Unterricht