8. November 2015

X-GIDA nicht durchpunken bitte! Ihr müsst jetzt stark sein!

 

 

Denn viele der Worte, die arabischen Ursprungs sind, wurden im Laufe der Jahrhundert so vielen lautlichen Varianzen ausgesetzt, dass man das zu Grunde liegende Etymon in seiner arabischen Grundform kaum mehr erkennen kann; was den ein oder die andere dazu verleitet islamisierende Elemente erst in den heutigen Tagen auszumachen. Im Saarland trifft es uns natürlich gleich doppelt hart, was sicherlich darin begründet ist, dass unser Bundesland (zumindest die Fläche) doppelt und dreifach vom Deutschen und Französischen innerviert wurde und diese Sprachen wiederum selbst die Begriffe als Lehnworte in die entsprechende Lexik aufgenommen haben. Von den arabischen Einwandern der letzten Jahrzehnte einmal ganz abgesehen, wären diese doch schon fast als Primärquellen bzgl. der richtigen Aussprache und Schreibweise der Worte anzusehen. Einige Beispiele für ursprünglich arabische Ausdrücke, die wir so auch im Saarländischen, als deutschem Dialekt, finden: Algebra, Adel, Alchemie, Alkohol, Arsenal, Artischocke, Fanfare, Gala, Gibraltar, Gitarre, Jacke, Kabel, Kaliber, Kandare, Karaffe, Kaffee, Konditor, Lack, Lärche, lila, Limonade, Magazin, Mandoline, Marzipan, Maske, Massage, Mosaik, Matratze, Mütze, Orange, Razzia, Risiko, Sirup, Tambour, Tarif, Tasse, Technologie, Heckmeck, Watte, Ziffer, Zwetschge. Aber auch in am Abendhimmel (hoffentlich formiert sich jetzt keine AGIPDA - Astronomen gegen die Islamisierung des deutschen Abendhimmels) findet sich z.B. bei den Sternennamen mit yad al-ǧauzāʾ, aus einem Übersetzungfehler wurde bad al-ǧauzāʾ und viel später Bait al-Dschauza, eine Beteigeuze.

Schauen wir uns aber doch meine beiden ganz persönlichen Lieblingsbeispiele an.

Einmal den Begriff „Heckmeck“ [ˈhɛkmɛk], häufig verwendet in der Form „mach nicht so ein Heckmeck“, also „mach nicht so einen Aufstand“ oder etwas moderner „punkt hier nicht so durch“. Das arabische Etynom lautet „haqi milki“. Als Übersetzung hierfür könnte man „mein Eigentum“, „mein Recht“ oder „mein Besitz“ angeben.

Zum anderen das „X“ der Naturwissenschaftler, das eine Unbekannte repräsentiert. Wieso greift man zur Repräsentation der mathematischen Unbekannten auf das X zurück? Und das nachweislich seit Ende des 10., Anfang des 11. Jahrhunderts. Nun, das zu Grunde liegende Etynom lautet „schei“ ['ksəɪ], damals geschrieben als „xei“, abgekürzt zu X. Eine mögliche Übersetzung des arabischen „schei“ wäre „ein Ding“, „eine Sache“ oder „ein Gegenstand“.

Schon interessant, was im Deutschen so alles aus der arabischen Sprache steckt, oder? Also nicht immer so ein Heckmeck machen und ruhiger werden. Die vielbeschworene Islamisierung hat uns einmal einen Innovationsvorschub gegeben und wird es bei entsprechender Ausgestaltung auch diesmal wieder tun.

Und ruhiger sollten vor allem die Christen unter den X-GIDAs dieser Tage nun wirklich werden.

Am 6. Dezember wird eines streitbaren Griechen im Gebiet der heutigen Türkei gedacht: Nikolaos Myriotes.

Am 24. Dezember wird Jeschuas aus Nazaret gedacht. Eines Juden, mit Einflüssen aus Qum’ran, der Täuferbewegung…

Am 25. Dezember oder am 6. Januar, je nach Kirche, gedenkt man der angeblich drei Magoi (Mt. 2) Caspar, Melchior und Balthasar aus Saba (Jemen), Chaldäa (Mesopotamien/Irak) und Arabien.

Und zwischendrin spuken bildlich und terminlich die ägyptische Isis mit Sohnemann auf dem Arm und ein ursprünglich aus dem iranischen Gebiet stammender Mythras in seiner römischen Ausprägung durch die Gegend.

 

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