12. September 2015

Verteidigungsmysterium gibt falsche Strukturplanung zu oder nutzt das Ehrenamt aus?

 

 

Das Verteidigungsmysterium, das keine Probleme damit hat Truppen, darunter auch SanSolds (Soldaten im Sanitätsdienst), zur Verteidigung Deutschlands am Hindukusch zu entsenden, stimmte der Amtshilfe bei Unterbringung und Versorgung von Heimatvertriebenen - sie nennen sie gerne Flüchtlinge – zu. Als „schnelle Eingreiftruppe“ einer von der Leyen reagierte man natürlich erst, als das saarländische Innenministerium ein ziviles Catering-Unternehmen beauftragt hatte. Immerhin 200 robuste Betten stellte man bislang zur Verfügung. Eine Öffnung der Kasernen und eine schnelle Umrüstung der KFZ-Stellplätze in Notunterkünfte erfolgten natürlich nicht. Aber ein klares NEIN zur medizinischen Versorgungshilfe in Lebach konnte man doch schnell mitteilen. Die absurd-traurige Begründung: man hätte nicht genügend Personal. Also sind alle SanSolds inkl. vollausgebildeten Mediziner der Bundeswehr zurzeit im Auslandseinsatz? An wie vielen Fronten, in wie vielen Kriegen befindet sich Deutschland aktuell? Oder sind alle 180.000 Soldat*innen aktuell gleichzeitig erkrankt? Entweder ist man einfach nur nicht willens sich aktiv von Seiten des Verteidigungsmysteriums an der aktiven Hilfe vor Ort zu beteiligen oder man hat die Struktur der Bundeswehr völlig falsch aufgebaut. Von der Anzahl her ein besseres Wüstencorps - aber mit extrem schlechter Ausstattung im Waffenbereich - kann sie ja nicht ernsthaft für Kriegseinsätze aufgestellt worden sein. Somit blieben als Einsatzbereiche humanitäre Hilfe und Aufbauarbeit vor Ort, was aber durch die fehlenden und nun bestätigten Personalzahlen in den Pionier- und San-Bereichen kaum nachvollziehbar ist. Hier muss endlich eine ernsthafte Umstrukturierung der Truppe erfolgen. Denn innerhalb von Deutschland und bei humanitär-friedenssichernden Einsätzen braucht man Soldat*innen, die sich zwar selbst verteidigen können, aber vor allem aufbauen und Not lindern können. Man braucht Pioniere, Techniker und selbstverständlich medizinisches Personal. Mit Leopard-III-Panzern lindert man keine Not. Mit 10 Sanitäts-Containern für die Unimogs aber schon.
Das Nein zur medizinischen Versorgung ist das Eingeständnis der totalen Fehlplanung des Verteidigungsmysteriums zur Struktur der Bundeswehr. Oder aber Zeichen des völligen Desinteresses der GroKo die Ehrenamtlichen rund um das DRK in Lebach zu entlasten, und ihnen vielmehr -neben all den anderen Bereichen- nun auch noch nationale wie internationale Aufgaben aufzubürden. Das Ehrenamt letztlich auszunutzen.
Hinweis: Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: die Kritik richtet sich an das Verteidigungsmysterium und nicht die Soldat*innen, die teilweise sogar in ihrer Freizeit privat helfen.

 

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